Wie man seine eigene Sorte Züchtet

    • 1. Planung der Zucht einer Sorte:

      Bevor man eine Sorte züchtet, muss man sich überlegen, was man für eine Sorte haben will. Manche züchten nach Geschmack und Aussehen, manche nach Größe und Stabilität usw. Also musst du zuerst deine Ziele bestimmen:

      • Ertragsziele: Möchtest du eine hohe Ertragsrate oder lieber eine besonders potente Pflanze züchten?
      • Aroma und Geschmack: Soll die Sorte ein spezifisches Aroma oder Geschmack haben (z. B. fruchtig, erdig, würzig)?
      • Wirkung: Soll die Wirkung eher entspannend (Indica) oder eher energetisierend (Sativa) sein?
      • Resistenz: Ist Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge, Krankheiten oder Stress ein Ziel?
      • Blütezeit: Willst du eine schnell blühende Sorte oder eine, die länger für die volle Reifung benötigt?

      Wenn du diese Punkte festgelegt hast, musst du dir zwei Pflanzen aussuchen, die zusammen diese Ziele erfüllen können. Dabei kannst du entweder auf die Informationen zu diesen Sorten vertrauen oder sie selbst anbauen und beurteilen. Bei guten Samenbanken sind die Sorten meist wie beschrieben.

      Hast du nun zwei Elternlinien gefunden, musst du diese zusammen kreuzen, durch das reguläre Kreuzen oder durch den Einsatz von kolloidalem Silber. Die daraus entstehenden Samen musst du aussäen und wachsen lassen. Führe einen Stem Rub durch, um den Geruch vor der Blütephase testen zu können, und suche dann den Phenotypen, der die gewünschten Eigenschaften hat (z. B. Honiggeruch/Geschmack, kompakte Knollen, kleine Pflanze). Suche nun einen anderen Phenotypen mit denselben oder ebenfalls gewünschten Merkmalen und kreuze diese zusammen. Das ist das Inzuchten, aber bei Pflanzen ist das gut, da es die Eigenschaften stabilisiert.

      2. Reguläre Zucht (Männchen und Weibchen):

      Weibliche Pflanzen produzieren Knollen, die wir gerne benutzen. Männliche Pflanzen produzieren jedoch Pollensäcke. Bei der regulären Zucht kreuzt man ein Männchen und ein Weibchen zusammen.

      Es funktioniert, indem man die männlichen und weiblichen Pflanzen während der Blüte nebeneinander stellt oder indem man die männlichen Pollen, die die Pollensäcke zu einer bestimmten Zeit in der Blüte abgeben, manuell auf die weiblichen Pflanzen gibt. Die daraus entstehenden Samen sind zu 50% männlich und zu 50% weiblich.

      3. Verwendung von kolloidalem Silber (Feminisierte Samen):


      Kolloidales Silber sorgt dafür, dass man mit zwei weiblichen Pflanzen züchten kann. Denn kolloidales Silber lässt weibliche Pflanzen nach öfterem Besprühen männlich werden. Die DNA und die Chromosomen bleiben jedoch weiblich, was bedeutet, dass die Pflanzen männliche Pollensäcke produzieren, aber keine männlichen Chromosomen haben.

      Man muss die Pflanze während der Blüte (ca. 2 Wochen nach 12/12) jeden Tag oder jeden zweiten Tag mit kolloidalem Silber besprühen, für 3-4 Wochen, bis die ersten männlichen Pollen erscheinen.

      Leider vertragen nicht alle Sorten kolloidales Silber, und es ist immer noch ein synthetisches Mittel. Es dauert auch etwas, bis genug Pollen produziert sind. Zudem sollte man die Knollen nicht rauchen, wenn sie mit kolloidalem Silber besprüht wurden.

      4. Ernte der Samen:

      Die Samen erntet man, wenn man normalerweise auch ernten würde, bzw. wenn die Härchen braun sind. Wenn die Samen braun sind, sind sie gut. Wenn sie noch weiß sind, sind sie nicht fertig, und wenn sie schon schwarz sind, sind sie meistens zu alt. Um die Samen zu ernten, kann man die Knollen in einen Behälter legen und gut schütteln. Dann sollten genug Samen herauskommen.

      5. Pheno-Hunting und Stabilisierung:

      Pheno-Hunting ist dafür gedacht, bestimmte Phenotypen einer Sorte zu finden und zu stabilisieren. Denn wenn man zwei Sorten zusammenkreuzt, gibt es mehrere mögliche Phenotypen, und nicht alle sind erwünscht.

      Pheno-Hunting wird meist mit mindestens 10-20 Pflanzen betrieben, aber es geht vielleicht auch mit weniger als 10 Pflanzen. Je mehr Pflanzen man hat, desto mehr genetische Vielfalt (Phenotypen) tritt auf.

      Stabilisierung: Hat man seinen gewünschten Phenotypen nach der ersten Kreuzung gefunden, kreuzt man diesen mit einem anderen Phenotypen, der ebenfalls die gewünschten Eigenschaften hat. Wenn man das erneut tut, entsteht die F2-Generation.

      Die Kriterien für die Auswahl der richtigen Pflanzen sind dabei dieselben wie beim Züchten einer Sorte:

      • Ertragsziele: Möchtest du eine hohe Ertragsrate oder lieber eine besonders potente Pflanze züchten?
      • Aroma und Geschmack: Soll die Sorte ein spezifisches Aroma oder Geschmack haben (z. B. fruchtig, erdig, würzig)?
      • Wirkung: Soll die Wirkung eher entspannend (Indica) oder eher energetisierend (Sativa) sein?
      • Resistenz: Ist Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge, Krankheiten oder Stress ein Ziel?
      • Blütezeit: Willst du eine schnell blühende Sorte oder eine, die länger für die volle Reifung benötigt?

      6. Tipps und Tricks:

      • Achte auf die richtige Konzentration beim kolloidalem Silber (15-30 ppm).
      • Nutze Backcrossing (Rückkreuzen), um bestimmte Eigenschaften zu stabilisieren.
      • Was sind BX1, S1, F1, F2?
        • F1: Erste Kreuzung von zwei verschiedenen Eltern.
        • F2: Nachkommenschaft von F1-Pflanzen, viele Variationen.
        • BX1: Erste Rückkreuzung, um bestimmte Eigenschaften zu stabilisieren.
        • S1: Selbstbestäubung, um eine Mutterpflanze zu stabilisieren.
        • Regulär: Samen, die sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen hervorbringen.
        • Feminisiert: Samen, die nur weibliche Pflanzen erzeugen.

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